Liebe Frauen und Paare,
leider können wir es uns nicht mehr leisten das Kernstück unseres Berufes, die individuelle, persönliche Begleitung bei Geburten, weiter auszuüben.
Aufgrund von unbezahlbaren Haftpflichtprämien und stagnierendem Einkommen waren wir gezwungen, die Begleitung von Beleggeburten ab Juli 2010 einzustellen.
Die Begleitung bei Hausgeburten entfällt voraussichtlich ab Januar 2011!
Ab 1. Juli 2010 sind von einer Beleghebamme 31 Geburten, von einer Geburtshaushebamme 13 Geburten und von einer Hausgeburtshebamme 12 Geburten zu begleiten,
um allein die Haftpflichtprämie von zurzeit noch 3689,- € zu erwirtschaften. Schon jetzt kündigen Versicherer für 2011 einen Anstieg auf über 4000,- € an.
10% der Hausgeburtshebammen haben bereits ihre geburtshilfliche Arbeit eingestellt und 50% der Geburtshäuser haben ihre Geburtsbegleitung aufgegeben.
Das bedeutet in letzter Konsequenz, dass es eine natürliche Geburt an einem Ort der eigenen Wahl mit einer vertrauten Hebamme über kurz oder lang nicht mehr geben wird.
Stattdessen wird Geburt an großen Kliniken zentralisiert, rationalisiert und medikalisiert. Lange Anfahrtswege für die Gebärende, vermehrt Geburten auf dem Weg zur Klinik,
Geburten ohne fachliche Unterstützung und Kaiserschnitte aus wirtschaftlichen Gründen werden zu nehmen.
Die 1:1 Betreuung einer Geburt (eine Hebamme betreut eine Frau zu einer Zeit) ist extrem anstrengend und verlangt höchste Flexibilität.
Wir leisten wichtige Präventionsarbeit für unsere Gesellschaft. Das alles für einen Stundenlohn von 7,50€!
Seit Jahrzehnten ist die Gebührenordnung nicht adäquat angepasst worden.
Unser Engagement für die nächste Eltern- und Kindergeneration wird nicht durch entsprechende Vergütung anerkannt.
Wir stehen Tag und Nacht auf Abruf. Wir können nicht ins Schwimmbad gehen, im Wasser hört man kein Handy.
Kino und Theater kann man kaum genießen. Jederzeit könnte ein Anruf kommen. Ausflüge mit der eigenen Familie sind nur in eingeschränktem Radius möglich.
Trotz Protest, Postkartenaktionen, Verhandlungen, Petition und Schiedsstellenverhandlung konnte die Vergütung der Hebammen nicht den ausufernden Haftpflichtsummen
angepasst werden. Die Bundesregierung sieht immer noch keinen Handlungsbedarf!
Weitere Infos finden Sie unter http://www.dfh-hebammen.de und http://www.greenbirth.de.
Wir hoffen bald wieder Geburtsbegleitung anbieten zu können, weil die Geburtshilfe schließlich das Herzstück unserer Arbeit darstellt.
Unsere individuelle Hebammenbetreuung in der Schwangerschaft sowie alle anderen Leistungen, inklusive der Kurse, laufen selbstverständlich weiter.